
Der Sommer bringt eine andere Zeitrechnung mit sich. Tage wirken länger, das Leben verlangsamt sich ein wenig. Menschen sitzen draussen, Kinder spielen auf der Strasse, Urlaubsbilder tauchen auf den Bildschirmen auf. Und plötzlich scheint alles etwas leichter.
Doch nicht jeder fährt weg. Nicht jeder hat Ferien. Für viele geht der Alltag weiter. Nur bei höheren Temperaturen. Und doch: Der Sommer schenkt uns eine besondere Gelegenheit. Eine Einladung. Vielleicht sogar eine stille geistliche Übung: das Dasein.
Wann haben wir das letzte Mal wirklich innegehalten? Nicht produktiv pausiert, nicht nebenbei Mails gecheckt, nicht auf das nächste Ziel geschielt. Sondern einfach still dagesessen, ein Glas Wasser getrunken, dem Wind zugehört? Der Sommer lehrt uns Gelassenheit. Er zeigt, dass Wachsen nicht laut sein muss. Dass Reifen Zeit braucht. Dass das Leben auch im scheinbaren Stillstand geschieht.
Jesus hat viel gelehrt, aber er hat auch viel geschaut, geschwiegen, gegessen, mit anderen gesessen. Vielleicht war genau das Teil seiner Botschaft: dass Nähe, Freude, Vertrauen nicht erarbeitet werden müssen, sondern entstehen, wenn wir da sind. Offen. Zuhörend. Wach.
Und wenn der Sommer nicht leicht ist?
Nicht für alle ist der Sommer eine gute Zeit. Einsamkeit wird spürbarer, wenn andere unterwegs sind. Körperliche Einschränkungen werden in der Hitze zur Last. Erinnerungen an vergangene Urlaube können schmerzen. Auch das gehört zur Wahrheit. Gerade deshalb ist es wichtig, achtsam zu sein: auf sich selbst, auf andere. Ein kurzer Gruss, ein Besuch, eine Einladung zum Eis. Kleine Gesten können in der Hitze wie ein Schattenplatz wirken.
So wünschen wir Ihnen erholsame und schöne Sommertage. Das Pfarreisekretariat ist in in der Sommerzeit wie gewohnt für Sie geöffnet.
Das Pfarrei-Team