
Niemand von uns ist unverwundbar. Jeder trägt Narben mit sich. Manche sichtbar, viele unsichtbar. Verletzungen gehören zum Leben: Worte die wehgetan haben, Enttäuschungen die wir erfahren haben, Krankheiten die uns getroffen haben, Abschiede die wir durchstehen mussten. Oft versuchen wir diese Seite zu verstecken. Wir zeigen lieber das, was gut funktioniert und stark wirkt.
Dabei steckt gerade in der Verletzlichkeit eine besondere Kraft. Denn wer um seine eigene Zerbrechlichkeit weiss, kann barmherziger mit anderen umgehen. Wer selbst Leid erlebt hat, versteht leichter, wenn jemand anders kämpft. Verletzlich sein macht uns menschlicher und verbindet uns miteinander.
Auch Jesus zeigt uns, dass wahre Stärke nicht darin liegt unangreifbar zu sein, sondern darin, sich verletzlich zu machen. Am Kreuz sehen wir keinen unbesiegbaren Helden, sondern jemand, der Leid und Tod auf sich nimmt.
In unserer Welt muss man oft stark sein, erfolgreich, immer alles im Griff haben. Tief innen spüren wir, dauernd so zu tun als ob wir nichts bräuchten, macht einsam. Aber dort, wo wir andere um Hilfe bitten, wo wir unser Herz öffnen, dort wo wir ehrlich sind, kann etwas Grösseres wirken.
Vielleicht ist das auch ein Auftrag für uns als Pfarrei. Wir können ein Ort sein, wo man mit seiner Verletzlichkeit willkommen ist. Wir wachsen nicht aus Perfektion, sondern aus dem ehrlichen Miteinander. Sie als unsere Pfarreiangehörige sind alle herzlich willkommen, an unserem Pfarreileben teilzunehmen und sich durch die Gemeinschaft tragen zu lassen. Gerne dürfen sie sich auch freiwillig engagieren. Wir haben laufend Anlässe und Ideen, bei deren Umsetzung jede Mithilfe willkommen ist.