Zwischen den Zeiten

Es gibt Zeiten, die fühlen sich an wie ein Dazwischen. Der Sommer geht zu Ende, die ersten Blätter färben sich schon, aber der Herbst ist noch nicht überall da.
Genau solche Übergänge kennen wir auch in unserem Leben. Etwas Altes ist bald vorbei, das Neue hat noch nicht begonnen. Ein Beispiel: Die Arbeit, die man lange gemacht hat, hört auf, die neue Stelle ist noch nicht in Sicht. Oder die Kinder sind aus dem Haus und auf einmal ist alles stiller – aber wie das Leben in dieser neuen Phase aussehen wird, weiss man noch nicht. Oder ganz klein: ein Gespräch ist beendet, aber die Antwort auf die eigenen Fragen bleibt noch offen. Solche Zeiten können ziemlich unsicher machen.
Wir wünschen uns lieber klare Verhältnisse: Anfang und Ende, Ja oder Nein. Sicherheit. Aber oft sind es gerade diese Zwischenräume, in denen Gott besonders wirkt. Alles hat seine Zeit. Auch Warten, Unklarheit und Übergang.
Und vielleicht ist es gut, diese Zwischenzeiten nicht nur auszuhalten, sondern bewusst zu gestalten. Nicht so sehr indem wir sofort Pläne schmieden oder alles unter Kontrolle bringen wollen. Sondern indem wir hinhören: Was will mir Gott in dieser Zeit sagen? Was wächst in mir gerade heran? Was darf ich loslassen?
Gerade im dazwischen lernen wir Vertrauen. Gott geht mit uns, auch wenn wir den nächsten Schritt noch nicht genau kennen. Zwischenzeiten sind nicht verlorene Zeit. Sie können zu einer besonderen Chance werden, Gottes Nähe neu zu spüren. Mitten im Alltag, mitten in unserem Leben.

Nicht nur zwischen den Zeiten, sondern auch während den Herbstferien sind wir im Pfarramt beständig für Sie da. Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Herbstanfang.